.. index:: MSC-Störfestigkeit, MSC-Emission, Modenverwirbelungskammer MSC-Störfestigkeits- und Emissionsdaten ======================================== Diese Seite beschreibt die konkreten persistenten Pfade der MSC-Abläufe. Die gemeinsame Semantik strukturierter EUT-Ereignisse und der Kriterien A, B und C steht unter :doc:`immunity-results`. Gemeinsame Indizes ------------------ Empfangs-, Feld- und Statusdaten verwenden die Form:: data[frequency][tuner_position][position][sample] ``frequency`` ist numerisch in Hz. ``tuner_position`` ist die Zeichenkettendarstellung einer Koordinatenliste, beispielsweise ``"[0, 30]"``. ``position`` und ``sample`` sind ganzzahlige Indizes. Ein Eintrag besitzt grundsätzlich ``value``, ``pfwd`` und ``pbwd``. Empfangs- und Leistungswerte sind Power-Quantities; Feldwerte sind Vektoren aus drei Feldstärke-Quantities. MSC-Störfestigkeit: Rohdaten ----------------------------- Der Zugriff beginnt mit:: raw = history.rawData_Immunity[description] ``pref`` enthält die korrigierte Referenzantennenleistung, ``efield`` optionale Feldsondenwerte und ``noise`` das Rauschen. ``eutstatus`` verwendet denselben Index. Seine Einträge ergänzen ``testfield`` und optional ``eut_event`` sowie ``monitor_diagnostics``. ``value`` bleibt der legacy-kompatible EUT-Status, während ``eut_event`` die strukturierte Beobachtung enthält. Weitere Top-Level-Keys sind ``performance_criterion``, ``eut_event_policy`` und ``post_exposure_timeout``. ``mg`` ist die persistierte Messgraphbeschreibung, nicht eine offene Geräteverbindung. Bei Verwendung des Schwellenwertkernels enthält ``threshold_search[frequency]`` dessen strukturiertes Frequenzergebnis. Keys wie ``status``, die geprüften Feldstufen, der gefundene Schwellenwert und das zugehörige ``eut_event`` sind kernelspezifisch und additiv. Anwendungen, die nur Standardexpositionen auswerten, dürfen das Feld ignorieren. MSC-Störfestigkeit: Auswertung ------------------------------- ``Evaluate_Immunity`` schreibt nach ``processedData_Immunity[description]``: .. list-table:: Auswertungsschlüssel :header-rows: 1 :widths: 38 62 * - Key - Bedeutung * - ``PMaxRec``, ``PAveRec`` - Maximale und mittlere Empfangsleistung ``[frequency][antenna_position]``. * - ``RelLoading`` - Relative EUT-Belastung gegenüber der maximal betrachteten Kammerbelastung, nach Frequenz. * - ``EUTImmunityThreshold`` - Liste von Schwellenhinweisen je Frequenz. * - ``performance_criterion`` - Angewandtes Kriterium ``A``, ``B`` oder ``C``. * - ``performance_assessment_by_exposure`` - Bewertung je Tupelschlüssel ``(frequency, tuner_position, position)``. * - ``performance_assessment_by_frequency`` - Zusammenfassung je Frequenz. * - ``performance_assessment`` - Zusammenfassung des gesamten Datensatzes. Jeder Eintrag in ``EUTImmunityThreshold[frequency]`` besitzt ``TestField``, ``Field from Pfwd`` und ``EUT``. Die beiden ersten Werte sind Feldstärke-Quantities. Wenn keine Beeinträchtigung erkannt wurde, bezeichnet ``EUT == "Maximum testfield reached"`` lediglich das Erreichen der höchsten geprüften Stufe; es ist kein numerisch bestimmter Ausfallschwellwert. MSC-Emission: Rohdaten ---------------------- Der Zugriff beginnt mit:: raw = history.rawData_Emission[description] ``pref`` enthält die korrigierte Empfangsleistung mit dem gemeinsamen Index. ``noise`` verwendet denselben Pfad, wird aber typischerweise nur an einer Tunerstellung gemessen. Beide Eintragstypen enthalten ``value``, ``pfwd`` und ``pbwd``; bei der Empfängermessung sind die beiden Leistungsschlüssel normalerweise ``None``. ``mg`` hält die Messgraphbeschreibung. MSC-Emission: Auswertung ------------------------ ``Evaluate_Emission`` schreibt nach ``processedData_Emission[description]``. Alle fachlichen Ergebnisfelder sind nach Frequenz und, sofern zutreffend, Antennenposition indiziert: ``PMaxRec``, ``PAveRec`` Maximale und mittlere Empfangsleistung. ``PRad_from_CCF``, ``PRad_from_CLF`` Abgestrahlte Leistung aus mittlerem Kammerkalibrierfaktor beziehungsweise Belastungs-/Einfügeverlustansatz. ``ERad_from_CCF``, ``ERad_from_CLF`` Daraus abgeleitete Feldstärke am angenommenen Auswerteort. ``PRad_noise``, ``ERad_noise`` Rauschbezogene Leistungs- und Feldgrenze, nur nach Frequenz indiziert. ``RelLoading`` Relative EUT-Belastung nach Frequenz. Die Auswerteannahmen stehen in ``Gmax_Model`` (``"FAR"`` oder ``"OATS"``), ``Assumed_hg`` und ``Assumed_RH``. Die historischen Keys ``Asumed_Distance`` und ``Asumed_Directivity[frequency]`` enthalten Abstand und Richtwirkung. Die Schreibweise mit nur einem ``s`` ist Teil der bestehenden Datenformatvereinbarung und darf nicht still korrigiert werden. Emissionsergebnisse sind nur zusammen mit den verwendeten Haupt-, Last- und EUT-Kalibrierungen interpretierbar. Deren Namen werden gegenwärtig nicht in einem eigenen Provenienzblock des verarbeiteten Datensatzes gespeichert; bei externem Export müssen sie daher mitgeführt werden. Optionale RC-Pfadsteuerung und RX-Erfassungsprovenienz ------------------------------------------------------ Alle fünf MSC-Messmethoden akzeptieren optional ``graph_context``. Zum Beispiel wählt ``{"tmode": "AMP", "rmode": "PMATT"}`` den Verstärker und das RX-Powermeter; ``RECATT`` wählt bei der Emissionsmessung den Empfänger. Die explizite Steuerung benötigt einen kontextfähigen Switch und unterstützt derzeit ein RX-Gerät mit einem Antennenpfad. Auch eine Autokorrelationsmessung ohne RX-Erfassung kann den Pfad wählen. Bestehende reine Frequenzkonfigurationen benötigen den Parameter nicht. Jede unabhängige Erfassung beginnt mit dem zusätzlichen 20-dB-RX-Abschwächer. Ein gültiger positiver Geräteeingangspegel mindestens 40 dB unter ``MAXIN`` erlaubt eine ungedämpfte Folgeerfassung bei unveränderter Frequenz, Generatorleistung und Rührerposition. Gleichheit ist eingeschlossen, mit Toleranz für numerische Rundung. Vor dem physischen Entfernen des Abschwächers wird die kalibrierte Differenz beider Pfade ohne Hardwareumschaltung auf Überlast geprüft; dies schützt auch bei einem weiter sendenden EUT. Fehlendes MAXIN erhält den Abschwächer; ungültige Messwerte oder überschrittene Grenzen brechen mit ausgeschalteter HF ab. Die gesamte Gerätegruppe wird erneut erfasst, sodass Vorwärts-/Rückwärtsleistung und Sondenwerte zur endgültigen Erfassung gehören, nicht zur vorangegangenen Pegelprüfung. ``ApplyContext`` schaltet bei Pfadänderungen die Generator-HF aus. Beruhigungszeiten nach Umschaltungen betragen mindestens 0,5 s beziehungsweise die längere konfigurierte Messverzögerung. Vor Rückkehr aus jeder Erfassung wird der Abschwächer wieder eingesetzt, somit vor späteren Pegel-, Frequenz- oder Rühreränderungen. Fehler und Abbrüche lassen HF ausgeschaltet; externe Zustandsabweichungen werden nicht stillschweigend zurückgeschaltet. Beruhigungszeiten und HF-Unterbrechungen sind Geräteantwortzeit und zählen nicht zur EUT-Verweilzeit. Die bestehenden Immunitätskernel führen ihre Verweilzeit nach der Erfassung aus; EUT-Monitoring und manueller Eingriff bleiben verfügbar. Die 40-dB-Regel ist eine Laborvorgabe, kein IEC-Prüfkriterium. Referenz: hinterlegter IEC-61000-4-21-Entwurf, Abschnitt 7, D.3.2.1 und D.4 (Geräteantwort, Verweilzeit und Leistungserfassung) sowie E.4 (Empfängerbeobachtung). Neue Messbündel in ``noise``, ``pref`` und ``efield`` können zusätzlich zu den unveränderten Feldern ``value``, ``pfwd``, ``pbwd`` und ``acquisition`` das optionale Feld ``rx_capture`` enthalten. Dies gilt auch für Kalibrier- und Autokorrelationsbündel, wenn ein RX-Gerät erfasst wurde. Alte Bündel enthalten das Feld nicht. Es beschreibt die endgültige gespeicherte Erfassung, obwohl der operative Graph bereits wieder den Abschwächer eingeschaltet hat: .. list-table:: ``rx_capture``-Schema Version 1 :header-rows: 1 :widths: 35 65 * - Schlüssel - Bedeutung * - ``schema_version`` - Ganzzahl 1. * - ``frequency``, ``tmode``, ``rmode`` - Frequenz in Hz und tatsächliche logische TX-/RX-Modi der Erfassung. * - ``device``, ``source`` - Physischer RX-Geräteknoten und Antennenspeiseknoten im Graphen. * - ``attenuation_db`` - Nominale Zusatzdämpfung 20 oder 0, nicht die vollständige Pfaddämpfung. * - ``screening_input_power`` - Gedämpft gemessene Leistung am Geräteeingang als Quantity in Watt. * - ``maxin`` - Geräteeingangsgrenze als Quantity in Watt oder None bei fehlender Grenze. * - ``input_power`` - Endgültige Geräteeingangsleistung als Quantity in Watt vor Pfadkorrektur. * - ``path_correction`` - Tatsächliche dimensionslose Leistungsübertragung (POWERRATIO), durch die zur Rückrechnung auf den Antennenspeisepunkt dividiert wird. Kein zweiter nominaler 20-dB-Faktor. * - ``threshold_db`` - Ganzzahl 40: erforderlicher Abstand der Pegelprüfung zu MAXIN. * - ``impedance_ohm`` - Eingangswiderstand zur Umrechnung Spannung/Leistung, standardmäßig 50 Ohm. * - ``decision`` - ``bypass``, ``keep`` oder ``maxin_unavailable``. ``measurement_acquisitions[*].run_configuration.graph_context`` speichert das angeforderte Pfaddictionary; bei reiner Frequenzsteuerung ist es leer. Optional setzt ``rx_impedance_ohm`` in graph_context den positiven Widerstand für Spannungswerte: Leistung ist Effektivspannung zum Quadrat durch Widerstand. Gemeint ist der Geräteeingangswiderstand, nicht die Wellenimpedanz der Kammer oder des freien Raums. Der Konfigurationssnapshot enthält weiterhin die exakten DOT-/INI-/Kalibrierquellen. Bestehende Indexhierarchien, Korrekturformeln und Schlüssel verarbeiteter Ergebnisse ändern sich nicht. Empfänger-``MAXIN`` wird wie beim Powermeter als zusätzlicher benannter INI-Kanal mit ``NAME = MAXIN``, ``FILE`` und ``INTERPOLATION`` bereitgestellt. Die Werte sollen Leistungsgrößen sein, etwa eine Datendatei mit ``UNIT: dBm``. Die Abfrage erfolgt über ``GetSafetyLimit("MAXIN")``, nicht über eine Messwertabfrage. Die skalare RX-Erfassung benötigt einen Empfängertreiber wie ``rec_rs_esu.py``. Der Spektrumtreiber ``sa_rs_esu.py`` unterstützt diese Schnittstelle nicht und wird bei expliziter Pfadsteuerung bereits vor der Hardwareinitialisierung zurückgewiesen. Die bestehenden sendenden MSC-Abläufe (Haupt-/EUT-Kalibrierung, Autokorrelation, Immunität) benötigen weiterhin den Verstärker- und Vorwärts-/Rückwärtsmesspfad und akzeptieren hier nur ``tmode=AMP``. ``DIRECT`` und Terminierungsmodi bleiben über MGraph für eigene Pfad- und Verstärkertests verfügbar. Dadurch werden unverbundene Leistungsmesser nicht als gültige Vorwärtsmessung verwendet. Emissionsmessungen können TX terminieren.