Messhistorie und Ausgabedateien¶
Historien-Pickle¶
Die Messskripte speichern die jeweilige Measure-Unterklasse, beispielsweise
MSC oder TEMCell, als Pickle. Wird dieses Pickle als Eingang einer
weiteren Messung verwendet, ergänzt die neue Messung dasselbe Objekt und
schreibt eine neue Datei. Damit bleiben vorbereitende Messungen,
Referenzdaten, EUT-Messungen und Auswertungen gemeinsam erhalten.
Die typische Kette ist:
vorherige Historie -> neue Messung -> neue Auswertung -> neues Historien-Pickle
Die Eingangsdatei wird nicht als bloßer Datenexport behandelt. Sie enthält
auch die für die Interpretation notwendigen Strukturen. Zum Laden aktueller
und unterstützter älterer mpylab-Pickles verwenden Anwendungen
mpylab.env.Measure.load_pickle_compat.
Autosave und Fortsetzen¶
Während einer langen Messung schreibt mpylab in konfigurierbaren Abständen ein
Autosave-Pickle. Darin werden neben den bereits erfassten Daten auch
strukturierte Angaben zum Fortsetzungspunkt gespeichert. ascmd bleibt als
lesbare Beschreibung des Aufrufs erhalten; für die Programmlogik wird die
strukturierte Resume-Information bevorzugt.
Beim nächsten Start erkennt das zugehörige Skript die Autosave-Datei und kann die Messung am gespeicherten Schleifenindex fortsetzen. Bereits abgeschlossene Frequenzen oder Positionen werden dabei nicht erneut gemessen. Nach erfolgreichem Abschluss und Schreiben des finalen Pickles wird das Autosave normalerweise entfernt. Bei einer unvollständigen Störfestigkeitsmessung kann es bewusst erhalten bleiben.
Zwischenstand nach der Messung¶
Viele Skripte unterstützen zusätzlich
after_measurement_pickle_file. Diese Datei wird nach der Datenerfassung,
aber vor oder unabhängig von der abschließenden Auswertung geschrieben. Sie
ist besonders nützlich, wenn:
eine Auswertung ohne erneuten Hardwarezugriff wiederholt werden soll,
Auswerteparameter korrigiert wurden,
die Messung erfolgreich war, ein späterer Schritt aber abbrach.
Sie ersetzt nicht das finale Historien-Pickle, sondern dokumentiert einen bewussten Zwischenstand.
DAT- und TSV-Dateien¶
rawdata_output_filename und processeddata_output_filename erzeugen
menschenlesbare DAT-Dateien. Rohdaten zeigen die erfassten Messgrößen,
verarbeitete Dateien die daraus bestimmten Ergebnisse. Einheiten und
Unsicherheiten bleiben entsprechend dem mpylab-Datenformat erhalten.
TSV-Dateien werden für tabellarische Nebenprodukte eingesetzt, etwa Preflight-Ergebnisse oder maschinenlesbare Report-Metadaten. DAT und TSV sind gut für Vergleich, Versionsverwaltung und Weiterverarbeitung geeignet. Das Historien-Pickle bleibt jedoch die vollständigere Quelle, weil nicht jede Objektbeziehung und Zusatzinformation in flache Tabellen passt.
Dateinamen¶
Beschreibungen können Bestandteil von Ausgabedateinamen sein. Skripte sollten
dafür mpylab.tools.filenames.format_output_filename verwenden. Die
Messskripte kapseln diesen Aufruf teilweise in einem lokalen
format_filename-Helfer. Die Funktion setzt die konfigurierte
Dateinamensvorlage mit bereinigten und längenbegrenzten Argumenten zusammen.
Anwendungsprogramme sollten Beschreibungen nicht ungeprüft als vollständige
Dateinamen verwenden.