TEM-Verifikationsdaten¶
Eine TEM-Verifikationshistorie enthält die punktweisen Messdaten, deren
normative Auswertung und die daraus abgeleiteten Vorwärtsleistungsreferenzen
für spätere Störfestigkeitsprüfungen. Pickles dürfen nur aus
vertrauenswürdiger Quelle mit mpylab.env.Measure.load_pickle_compat()
geladen werden.
Indizes und Struktur¶
description ist der frei gewählte Datensatzname, beispielsweise
"stage1_verification". Frequenzen sind numerische Mapping-Keys in Hz.
verification_target_label bezeichnet ein gemessenes Verifikationsziel,
target_label einen abgeleiteten Immunitätsprüfpegel. Anwendungen sollten
keinen dieser Bezeichner selbst zusammensetzen.
rawData_Verification[description]
processedData_Verification[description]
├── target_results[verification_target_label]
├── immunity_reference[target_label][frequency]
└── all_targets_summary
Schema 4 legt explizit bezeichnete Verifikationsziele immer unter
target_results ab – auch ein einzelnes Ziel. Der Zugriff erfolgt mit
select_verification_target. Eine reihenfolgeabhängige flache Projektion
und eine zweite, frequenzzuerst indizierte Immunitätsreferenz gibt es nicht.
Rohdaten¶
Der Rohdatensatz liegt unter:
raw = history.rawData_Verification[description]
Wichtige Metadaten sind verification_evaluation_schema_version (4),
geometry, uniform_area_name, uniform_area (die vollständige
CalibrationPlane), probe_to_cell_axis_mappings,
verification_field_strength, target_forward_power,
target_forward_power_level_dbm, immunity_test_field_strengths,
verification_measurement_targets,
amplifier_saturation_test_field_factor,
amplifier_saturation_decision_settings und
initial_signal_generator_power_level_dbm. Das gespeicherte mg bleibt
unverändert; Schema 4 migriert den Messgraphen ausdrücklich nicht.
Die Messungen sind so indiziert:
raw["efield"][frequency][port][point_index] -> list[entry]
Jeder Eintrag verwendet sprechende Namen: cell_field_vector und optional
probe_field_vector enthalten Quantity(V/m)-Vektoren;
measured_forward_power und measured_backward_power sind
Quantity(W). Optionale Felder dokumentieren Punkt, Sondenabbildung,
Leveling, Verifikationsfeldstärken und den Verstärkersättigungsnachweis.
Normative Auswertung¶
constant_forward_power folgt IEC 61000-4-20, 5.2.2.4.1.
constant_field_strength folgt 5.2.2.4.2 und Gleichung 17. Absolute
logarithmische Leistungspegel werden in dBm gespeichert:
wobei \(s_P\) eine Streuung in dB und \(k=1{,}15\) der Standardwert
ist. measured_forward_power_level_mean_dbm und
normative_reference_forward_power_level_dbm sind daher absolute
dBm-Pegel; measured_forward_power_sigma_db bleibt eine relative dB-Größe.
Das reguläre Felduniformitätskriterium gilt streng unter 2,61 dB; bei genau
2,61 dB beginnt bereits das Ausnahmeband, das bei 4,35 dB endet. Entsprechend
gilt regulär streng Q75 < 0.5; bei Q75 == 0.5 beginnt das
Ausnahmeband.
Ausgewertetes Ziel¶
Nach Auswahl eines Ziels – oder bei einem unbezeichneten historischen Lauf – sind dies die wichtigsten frequenzindizierten Felder:
Key |
Typ |
Bedeutung |
|---|---|---|
|
|
Referenzfeld der gewählten Uniformitätsauswertung. |
|
|
Normativ abgeleitete Referenzvorwärtsleistung. |
|
|
Dieselbe statistische Referenz als absoluter dBm-Pegel. |
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|
Kennung der Ableitungsmethode. |
|
Folge von |
Punktweise Messwerte. |
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|
Arithmetischer Mittelwert; kein Ersatz für die normative Referenz. |
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|
Mittelwert der gemessenen absoluten Leistungspegel in dBm. |
|
|
Stichproben-Standardabweichung in dB. |
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|
Aus den normativen Referenzen abgeleiteter Feldfaktor. |
|
|
Effektives Verifikationsziel. |
|
|
Auf dieses Ziel skalierte normative Leistung. |
verification_by_frequency enthält das vollständige Auswertungsergebnis.
frequency_results ist die reportorientierte Frequenzsicht;
point_measurements_by_frequency enthält vollständige Punkteinträge und
point_results kompakte Punktzusammenfassungen. Weitere Felder sind
normative_reference_field_strength_by_scale,
measured_primary_field_level_mean_dbv_per_m,
measured_primary_field_sigma_db, measured_primary_field_mean,
measured_primary_field_standard_deviation,
primary_field_uniformity_span_db,
secondary_to_primary_field_ratio_q75, measured_point_coverage und
normatively_covered_points.
verification_passed[frequency] verbindet Felduniformität,
TEM-Moden-Dominanz und Zielerreichung. Die Einzelentscheidungen stehen in
field_uniformity_passed und tem_mode_passed.
frequency_range_summary enthält
verification_overall_passed, field_uniformity_overall_passed,
tem_mode_overall_passed sowie die Anzahlen der Ausnahmefrequenzen.
all_targets_summary fasst den Zielcontainer zusammen. Herkunftsdaten sind
unter provenance gebündelt; Angaben zur Neuauswertung liegen unter
provenance["reprocessing"]. analytical_e0y_max_series_index beschreibt
die Einstellung des optionalen analytischen Vergleichs.
reference_dataset registriert die abgeleitete Referenz in der Historie;
source bezeichnet Herkunftsangaben in den jeweiligen Einträgen.
Immunitätsreferenzen¶
Der einzige kanonische Pfad lautet:
processed["immunity_reference"][target_label][frequency]
Ein Eintrag enthält label, immunity_test_field_strength,
normative_reference_field_strength,
normative_reference_forward_power und immunity_test_forward_power.
Das getrennte Verfahren zum Nachweis der Verstärkersättigung verwendet
amplifier_saturation_test_field_factor,
amplifier_saturation_test_field_increase_db,
amplifier_saturation_test_field_strength und
amplifier_saturation_test_forward_power. Die Nachweise stehen unter
amplifier_saturation_check_passed,
amplifier_saturation_check_methods,
amplifier_saturation_decision_settings und
amplifier_saturation_check. Die Leistung des Sättigungstests ist nicht die
reguläre EUT-Expositionsleistung.
Die Skalierung folgt
Bevorzugter Zugriff¶
from mpylab.env.Measure import load_pickle_compat
from mpylab.tools.aunits import EFIELD
from scuq.quantities import Quantity
history = load_pickle_compat("temcell_history.p")
target = history.select_verification_target(
reference="stage1_verification",
verification_target="verification-3-v-per-m",
)
selection = history.select_immunity_reference_power(
reference="stage1_verification",
frequency=150e6,
required_immunity_efield=Quantity(EFIELD, 3.0),
)
power = selection["immunity_test_forward_power"]
Die spätere Immunitätsmessung speichert diese Auswahl unter
rawData_Immunity[description]["immunity_reference_power_selection"][frequency]
und in processedData_Immunity.
Neuauswertung und Kompatibilität¶
Schema 4 ist eine bewusste harte Umbenennung; Alias-Keys aus Schema 3 werden nicht geschrieben. Beim Laden wird ein historisches Pickle nicht stillschweigend neu ausgewertet. Eine vertrauenswürdige Quelldatei kann reproduzierbar und ohne Überschreiben migriert werden:
python tools/reprocess_tem_verification_pickle.py SOURCE.p CORRECTED.p \
--description stage1_verification
Das korrigierte Ergebnis dokumentiert Quell-SHA256, mpylab-Version, UTC-Zeitstempel und Normreferenz. Ein Leistungswert allein erlaubt niemals eine Exposition: Verifikation, Verstärkersättigungsnachweis, Frequenzabdeckung, Preflight und konfigurierte Schutzgrenzen müssen gültig sein.