MSC-Störfestigkeits- und Emissionsdaten

Diese Seite beschreibt die konkreten persistenten Pfade der MSC-Abläufe. Die gemeinsame Semantik strukturierter EUT-Ereignisse und der Kriterien A, B und C steht unter Störfestigkeitsergebnisse und EUT-Bewertung.

Gemeinsame Indizes

Empfangs-, Feld- und Statusdaten verwenden die Form:

data[frequency][tuner_position][position][sample]

frequency ist numerisch in Hz. tuner_position ist die Zeichenkettendarstellung einer Koordinatenliste, beispielsweise "[0, 30]". position und sample sind ganzzahlige Indizes. Ein Eintrag besitzt grundsätzlich value, pfwd und pbwd. Empfangs- und Leistungswerte sind Power-Quantities; Feldwerte sind Vektoren aus drei Feldstärke-Quantities.

MSC-Störfestigkeit: Rohdaten

Der Zugriff beginnt mit:

raw = history.rawData_Immunity[description]

pref enthält die korrigierte Referenzantennenleistung, efield optionale Feldsondenwerte und noise das Rauschen. eutstatus verwendet denselben Index. Seine Einträge ergänzen testfield und optional eut_event sowie monitor_diagnostics. value bleibt der legacy-kompatible EUT-Status, während eut_event die strukturierte Beobachtung enthält.

Weitere Top-Level-Keys sind performance_criterion, eut_event_policy und post_exposure_timeout. mg ist die persistierte Messgraphbeschreibung, nicht eine offene Geräteverbindung.

Bei Verwendung des Schwellenwertkernels enthält threshold_search[frequency] dessen strukturiertes Frequenzergebnis. Keys wie status, die geprüften Feldstufen, der gefundene Schwellenwert und das zugehörige eut_event sind kernelspezifisch und additiv. Anwendungen, die nur Standardexpositionen auswerten, dürfen das Feld ignorieren.

MSC-Störfestigkeit: Auswertung

Evaluate_Immunity schreibt nach processedData_Immunity[description]:

Auswertungsschlüssel

Key

Bedeutung

PMaxRec, PAveRec

Maximale und mittlere Empfangsleistung [frequency][antenna_position].

RelLoading

Relative EUT-Belastung gegenüber der maximal betrachteten Kammerbelastung, nach Frequenz.

EUTImmunityThreshold

Liste von Schwellenhinweisen je Frequenz.

performance_criterion

Angewandtes Kriterium A, B oder C.

performance_assessment_by_exposure

Bewertung je Tupelschlüssel (frequency, tuner_position, position).

performance_assessment_by_frequency

Zusammenfassung je Frequenz.

performance_assessment

Zusammenfassung des gesamten Datensatzes.

Jeder Eintrag in EUTImmunityThreshold[frequency] besitzt TestField, Field from Pfwd und EUT. Die beiden ersten Werte sind Feldstärke-Quantities. Wenn keine Beeinträchtigung erkannt wurde, bezeichnet EUT == "Maximum testfield reached" lediglich das Erreichen der höchsten geprüften Stufe; es ist kein numerisch bestimmter Ausfallschwellwert.

MSC-Emission: Rohdaten

Der Zugriff beginnt mit:

raw = history.rawData_Emission[description]

pref enthält die korrigierte Empfangsleistung mit dem gemeinsamen Index. noise verwendet denselben Pfad, wird aber typischerweise nur an einer Tunerstellung gemessen. Beide Eintragstypen enthalten value, pfwd und pbwd; bei der Empfängermessung sind die beiden Leistungsschlüssel normalerweise None. mg hält die Messgraphbeschreibung.

MSC-Emission: Auswertung

Evaluate_Emission schreibt nach processedData_Emission[description]. Alle fachlichen Ergebnisfelder sind nach Frequenz und, sofern zutreffend, Antennenposition indiziert:

PMaxRec, PAveRec

Maximale und mittlere Empfangsleistung.

PRad_from_CCF, PRad_from_CLF

Abgestrahlte Leistung aus mittlerem Kammerkalibrierfaktor beziehungsweise Belastungs-/Einfügeverlustansatz.

ERad_from_CCF, ERad_from_CLF

Daraus abgeleitete Feldstärke am angenommenen Auswerteort.

PRad_noise, ERad_noise

Rauschbezogene Leistungs- und Feldgrenze, nur nach Frequenz indiziert.

RelLoading

Relative EUT-Belastung nach Frequenz.

Die Auswerteannahmen stehen in Gmax_Model ("FAR" oder "OATS"), Assumed_hg und Assumed_RH. Die historischen Keys Asumed_Distance und Asumed_Directivity[frequency] enthalten Abstand und Richtwirkung. Die Schreibweise mit nur einem s ist Teil der bestehenden Datenformatvereinbarung und darf nicht still korrigiert werden.

Emissionsergebnisse sind nur zusammen mit den verwendeten Haupt-, Last- und EUT-Kalibrierungen interpretierbar. Deren Namen werden gegenwärtig nicht in einem eigenen Provenienzblock des verarbeiteten Datensatzes gespeichert; bei externem Export müssen sie daher mitgeführt werden.

Optionale RC-Pfadsteuerung und RX-Erfassungsprovenienz

Alle fünf MSC-Messmethoden akzeptieren optional graph_context. Zum Beispiel wählt {"tmode": "AMP", "rmode": "PMATT"} den Verstärker und das RX-Powermeter; RECATT wählt bei der Emissionsmessung den Empfänger. Die explizite Steuerung benötigt einen kontextfähigen Switch und unterstützt derzeit ein RX-Gerät mit einem Antennenpfad. Auch eine Autokorrelationsmessung ohne RX-Erfassung kann den Pfad wählen. Bestehende reine Frequenzkonfigurationen benötigen den Parameter nicht.

Jede unabhängige Erfassung beginnt mit dem zusätzlichen 20-dB-RX-Abschwächer. Ein gültiger positiver Geräteeingangspegel mindestens 40 dB unter MAXIN erlaubt eine ungedämpfte Folgeerfassung bei unveränderter Frequenz, Generatorleistung und Rührerposition. Gleichheit ist eingeschlossen, mit Toleranz für numerische Rundung. Vor dem physischen Entfernen des Abschwächers wird die kalibrierte Differenz beider Pfade ohne Hardwareumschaltung auf Überlast geprüft; dies schützt auch bei einem weiter sendenden EUT. Fehlendes MAXIN erhält den Abschwächer; ungültige Messwerte oder überschrittene Grenzen brechen mit ausgeschalteter HF ab. Die gesamte Gerätegruppe wird erneut erfasst, sodass Vorwärts-/Rückwärtsleistung und Sondenwerte zur endgültigen Erfassung gehören, nicht zur vorangegangenen Pegelprüfung.

ApplyContext schaltet bei Pfadänderungen die Generator-HF aus. Beruhigungszeiten nach Umschaltungen betragen mindestens 0,5 s beziehungsweise die längere konfigurierte Messverzögerung. Vor Rückkehr aus jeder Erfassung wird der Abschwächer wieder eingesetzt, somit vor späteren Pegel-, Frequenz- oder Rühreränderungen. Fehler und Abbrüche lassen HF ausgeschaltet; externe Zustandsabweichungen werden nicht stillschweigend zurückgeschaltet. Beruhigungszeiten und HF-Unterbrechungen sind Geräteantwortzeit und zählen nicht zur EUT-Verweilzeit. Die bestehenden Immunitätskernel führen ihre Verweilzeit nach der Erfassung aus; EUT-Monitoring und manueller Eingriff bleiben verfügbar. Die 40-dB-Regel ist eine Laborvorgabe, kein IEC-Prüfkriterium. Referenz: hinterlegter IEC-61000-4-21-Entwurf, Abschnitt 7, D.3.2.1 und D.4 (Geräteantwort, Verweilzeit und Leistungserfassung) sowie E.4 (Empfängerbeobachtung).

Neue Messbündel in noise, pref und efield können zusätzlich zu den unveränderten Feldern value, pfwd, pbwd und acquisition das optionale Feld rx_capture enthalten. Dies gilt auch für Kalibrier- und Autokorrelationsbündel, wenn ein RX-Gerät erfasst wurde. Alte Bündel enthalten das Feld nicht. Es beschreibt die endgültige gespeicherte Erfassung, obwohl der operative Graph bereits wieder den Abschwächer eingeschaltet hat:

rx_capture-Schema Version 1

Schlüssel

Bedeutung

schema_version

Ganzzahl 1.

frequency, tmode, rmode

Frequenz in Hz und tatsächliche logische TX-/RX-Modi der Erfassung.

device, source

Physischer RX-Geräteknoten und Antennenspeiseknoten im Graphen.

attenuation_db

Nominale Zusatzdämpfung 20 oder 0, nicht die vollständige Pfaddämpfung.

screening_input_power

Gedämpft gemessene Leistung am Geräteeingang als Quantity in Watt.

maxin

Geräteeingangsgrenze als Quantity in Watt oder None bei fehlender Grenze.

input_power

Endgültige Geräteeingangsleistung als Quantity in Watt vor Pfadkorrektur.

path_correction

Tatsächliche dimensionslose Leistungsübertragung (POWERRATIO), durch die zur Rückrechnung auf den Antennenspeisepunkt dividiert wird. Kein zweiter nominaler 20-dB-Faktor.

threshold_db

Ganzzahl 40: erforderlicher Abstand der Pegelprüfung zu MAXIN.

impedance_ohm

Eingangswiderstand zur Umrechnung Spannung/Leistung, standardmäßig 50 Ohm.

decision

bypass, keep oder maxin_unavailable.

measurement_acquisitions[*].run_configuration.graph_context speichert das angeforderte Pfaddictionary; bei reiner Frequenzsteuerung ist es leer. Optional setzt rx_impedance_ohm in graph_context den positiven Widerstand für Spannungswerte: Leistung ist Effektivspannung zum Quadrat durch Widerstand. Gemeint ist der Geräteeingangswiderstand, nicht die Wellenimpedanz der Kammer oder des freien Raums. Der Konfigurationssnapshot enthält weiterhin die exakten DOT-/INI-/Kalibrierquellen. Bestehende Indexhierarchien, Korrekturformeln und Schlüssel verarbeiteter Ergebnisse ändern sich nicht.

Empfänger-MAXIN wird wie beim Powermeter als zusätzlicher benannter INI-Kanal mit NAME = MAXIN, FILE und INTERPOLATION bereitgestellt. Die Werte sollen Leistungsgrößen sein, etwa eine Datendatei mit UNIT: dBm. Die Abfrage erfolgt über GetSafetyLimit("MAXIN"), nicht über eine Messwertabfrage. Die skalare RX-Erfassung benötigt einen Empfängertreiber wie rec_rs_esu.py. Der Spektrumtreiber sa_rs_esu.py unterstützt diese Schnittstelle nicht und wird bei expliziter Pfadsteuerung bereits vor der Hardwareinitialisierung zurückgewiesen.

Die bestehenden sendenden MSC-Abläufe (Haupt-/EUT-Kalibrierung, Autokorrelation, Immunität) benötigen weiterhin den Verstärker- und Vorwärts-/Rückwärtsmesspfad und akzeptieren hier nur tmode=AMP. DIRECT und Terminierungsmodi bleiben über MGraph für eigene Pfad- und Verstärkertests verfügbar. Dadurch werden unverbundene Leistungsmesser nicht als gültige Vorwärtsmessung verwendet. Emissionsmessungen können TX terminieren.